Notfall
Dein Sittich ist krank oder verletzt
Das Wichtigste zuerst: Ruf einen vogelkundigen Tierarzt an, bevor du irgendetwas anderes tust. Diese Seite überbrückt die Zeit bis dahin — sie ersetzt die Behandlung nicht.
Die ersten vier Schritte
- Wärme geben Ein kranker Vogel kühlt aus. 28–32 °C, etwa über eine Rotlichtlampe mit Abstand oder eine Wärmflasche unter einem Handtuch. Immer so, dass der Vogel dem Warmen ausweichen kann — sonst überhitzt er.
- Ruhe herstellen Fernseher aus, Licht dämpfen, andere Tiere und Kinder aus dem Raum. Stress verbraucht Reserven, die er gerade nicht hat.
- Tierarzt anrufen — nicht abwarten Sittiche verbergen Krankheiten, bis sie es nicht mehr können. Wenn Symptome sichtbar sind, ist es meist schon fortgeschritten. Ein Tag Abwarten ist bei einem 35-Gramm-Tier sehr viel Zeit.
- Futter und Wasser in Reichweite Näpfe auf den Boden stellen. Ein geschwächter Vogel schafft den Weg zur Stange oft nicht mehr.
Was du nicht tun solltest
- Keine Medikamente aus der Humanapotheke — Dosierungen für Menschen sind für einen Kleinvogel um Größenordnungen zu hoch.
- Keine Hausmittel einflößen. Flüssigkeit in den Schnabel eines geschwächten Vogels landet leicht in der Luftröhre.
- Kein kaltes Wasser, kein Baden bei Verdacht auf Krankheit.
- Nicht „bis morgen beobachten“, wenn der Vogel aufgeplustert am Boden sitzt.
- Den Vogel nicht zum Fressen zwingen.
Transport zum Tierarzt
Eine kleine, abgedunkelte Transportbox ist besser als der große Käfig: weniger Fläche heißt weniger Herumflattern und weniger Verletzungsgefahr. Boden mit Küchenpapier auslegen, keine Stange — ein geschwächter Vogel fällt herunter.
Die Box unterwegs warm halten und vor Zugluft schützen. Wenn der Vogel Kot absetzt, das Papier nicht wegwerfen: Kotproben sind für die Diagnose oft entscheidend, und der Tierarzt kann sie direkt untersuchen.
Wenn Verdacht auf eine Vergiftung besteht, nimm die Pflanze, Verpackung oder das Mittel mit — das kann die Behandlung erheblich abkürzen.